Sanguis - Live in Concert

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Einleitung

Stroboskopartige Bühnenbeleuchtung stellt eine besondere Herausforderung und bietet zugleich fantastische Gestaltungsmöglichkeiten.

Gegründet im Jahr 1999 in Österreich kann die Black Metal Band "Sanguis" auf eine bewegte Zeit zurückblicken. Insgesamt nahm die Band bis zum Jahr 2008 drei große Alben sowie mehrere kleine Alben auf. Einen besonderen Höhepunkt stellte zweifelsohne das 2008 erschienene Album „Ascension“ dar, welches in der Szene für besonderes Aufsehen sorgte.

„After a four-year wait since their last album, the Austrian Black Metallers, SANGUIS have had a lot of time to hone their art. With a mix of aggressive and melodic yet keyboard-less Black Metal they're not a force to ignore, as "Ascension" proves once and for all. « -Metal Observer, September 2008

Am 7. Dezember 2014 war die Band nach langer Zeit im Zuge des Events „Austrian Black Metal Force IV“ in Wien wieder auf der Bühne zu sehen.

How To

Der Einsatz eines Blitzgerätes hätte eine solche Aufnahme unmöglich gemacht.

Während der Vorbereitungen für den Event entschied ich mich, eine besonders unauffällige Ausrüstung zu wählen und möglichst nicht den Eindruck eines Photographen zu erwecken. Dies hat sich bereits bei mehreren ähnlichen Anlässen bewährt, da man sich als „fotografierender Fan“ wesentlich leichter durch den dicht gedrängten Bühnenbereich bewegen kann als ein mit Vollformat-DSLR Kamera und Kameratasche bepackter Photograph. Meine erster Gedanke galt daher sofort meiner Olympus OM-D Ausrüstung, die mir jedoch noch immer zu sehr nach Photograph aussah. Daher fiel meine Wahl schließlich auf folgende Ausrüstung:

  • Panasonic Lumix LX100

  • Olympus FL-600R (fernauslösbar vom Aufsteckblitz der LX100)

  • Ersatzakkus bzw. Batterien

  • Unauffällige Umhängetasche

  • Backstage-Photographen Ausweis

Vor Ort sah ich mich mit mehreren Schwierigkeiten konfrontiert. So stellten die schlechten Lichtverhältnisse, die stroboskopartige Lightshow sowie die unvorhersehbaren, schnellen Bewegungen der Band auf der Bühne auf den ersten Blick eine nur mit Blitzgerät lösbare Aufnahmesituation dar. Ich beabsichtigte jedoch den Einsatz des Blitzgerätes auf den Backstage-Bereich zu beschränken, da gerade die düstere Beleuchtung die besondere Atmosphäre eines Death Metal Konzertes ausmacht. Darum entschied ich mich, die stroboskopartige Bühnenshow als einzige Lichtquelle für die Aufnahme zu nutzen. Folgende Kameraeinstellungen erwiesen sich als praktikabel:

  • ISO 1600 (dies ermöglicht die Wahl einer kurzen Verschlusszeit, während die Kamera bei dieser ISO-Einstellung noch immer hervorragende Bildqualität liefert)

  • Verschlusszeit 1/125 (Damit gelingt einerseits das Einfrieren von langsameren Bewegungen und ermöglicht andererseits die schnellen Bewegungen auf dem Bild durch Bewegungsunschärfe darzustellen)

  • Blende 1.7 – 2.8 (Dank des kleinen Sensors ist der scharf abgebildete Bereich selbst bei einer derart weit geöffneten Blende immer noch groß genug)

  • Serienaufnahme High

  • Autofokus Single

  • RAW + JPG

Jedes Bandmitglied spielte mit unglaublichen Einsatz und fanatischer Hingabe.
Eine zu kurze Verschlusszeit hätte diese Aufnahme eingefroren und die Stimmung wäre verloren gegangen.

Mit folgender Aufnahmetechnik kam ich zu zufriedenstellenden Ergebnissen: Bildausschnitt wählen, fokussieren (trotz des schlechten Lichtes löste die Lumix die Aufgabe bravourös), und eine Serie aus ca. 10 Bildern aufnehmen. Dabei musste ich nicht gesondert auf die Lightshow achten, da in der schnellen Serie immer zumindest eine Aufnahme enthalten war, auf der das Motiv gerade von einem Scheinwerfer beleuchtet wurde. Generell bevorzuge ich in solchen Aufnahmesituationen "Serienaufnahme High" gegenüber Low mit Autofokus, da der Autofokus die Auslösekadenz reduziert, was meist aufgrund der Stroboskopbeleuchtung zu einer schlechteren Ausbeute an verwertbaren Bilder führt. Hat man sich erst einmal an diese Arbeitsweise gewöhnt, kann man so problemlos eine Reihe guter Bilder aufnehmen, ohne ständig gezwungen zu sein, seine Auslösung mit der Lightshow zu koordinieren und ohne Gefahr zu laufen, die Atmosphäre mit kaltem Blitzlicht zu ruinieren.

Nach der obligatorischen Nachbearbeitung fasste ich die besten Bilder in einem in Kleinstauflage erschienen Photobuch für Band und Fans zusammen.

Der vorerst letzte Auftritt der Band war begleitet von starken Emotionen bei Band und Publikum.
Trotz offener Blende sind immer noch genug Bereiche des Bildes scharf abgebildet, ein klarer Vorteil des kleinen Sensors der Kamera.

Resümee

Meine Erfahrungen mit dem Einsatz einer „Premium Kompaktkamera“ waren sehr positiv und ich bin äußerst zufrieden, dass ich dem anfänglichen Drang, eine größere, schwerere Ausrüstung zu wählen, widerstanden habe. Die Abstriche in Punkto Bildqualität fallen dank der hochentwickelten Sensortechnologie gering genug aus, um eine Kamera wie die LX100 selbst bei schwierigen Lichtsituationen zum Einsatz zu bringen. Absolut notwendig ist meines Erachtens jedoch das vorhandensein ausreichender Bedienelemente an der Kamera um alle Funktionen schnell und direkt ansteuern zu können. Auch hier bietet die LX100 ausreichend Möglichkeiten. Letztendes gewährleistete gerade die Kompaktheit der Kamera, die unglaubliche Stimmung des vorerst leider letzten Konzertes dieser wirklich fantastischen Band einzufangen und gleichzeitig das Konzert zu genießen ohne ständig auf umfangreiche Ausrüstung achten zu müssen.

Noch sind wenige CDs und LPs der Band im Internet und im gut sortierten Plattenladen erhältlich. Meine uneingeschränkte Empfehlung!

.Thomas